Selaginella Uncinata im Glas: Pflege bei wenig Licht

· von Victor Sanz · 3 Min. Lesezeit

Selaginella Uncinata im Glas: Pflege bei wenig Licht

Selaginella uncinata, besser bekannt als Blauer Bärlapp oder Regenbogenfarn, gehört zu den wenigen Pflanzen, die ein geschlossenes oder halboffenes Glas bei wenig Licht wirklich lieben. Ihr schillerndes, blaugrünes Blattwerk und der kriechende Wuchs machen aus jedem Glasgefäß im Handumdrehen eine kleine, lebendige Landschaft. Wer sich schon mal gefragt hat, ob so ein schattiger Jar-Garten überhaupt funktionieren kann: Ja, mit dieser Pflanze klappt es fast von allein.

Warum Selaginella Uncinata ideal für Glasgärten ist

Ursprünglich stammt die Pflanze aus den feuchten Waldböden Chinas und Vietnams, wo sie im Schatten größerer Gewächse ihr Dasein fristet. Genau diese Bedingungen, hohe Luftfeuchtigkeit, gedämpftes Licht, gleichbleibende Temperaturen, lassen sich in einem Glas mit Deckel oder einer offenen Apothekerflasche erstaunlich gut nachstellen.

Vorteile für Anfänger:

Das richtige Glas auswählen

Für Selaginella eignen sich am besten:

Wichtig: Der Behälter sollte hoch genug sein, damit die Pflanze nicht sofort an den Deckel stößt. Gleichzeitig darf er nicht zu groß ausfallen, sonst bietet er zu viel Verdunstungsfläche und die Erde trocknet schneller aus, als einem lieb ist.

Substrat und Einrichtung

Eine durchdachte Schichtung sorgt für Drainage und verhindert Staunässe:

  1. Drainageschicht (2-3 cm Blähton oder Kies)
  2. Aktivkohle (dünne Schicht gegen Fäulnis und Gerüche)
  3. Substrat: eine Mischung aus torffreier Blumenerde, etwas Kokosfaser und feinem Perlit
  4. Moosschicht optional als Bodendecker und Feuchtigkeitsspeicher

Die Erde sollte locker, humos und leicht sauer sein, im Bereich pH 5,5 bis 6,5. Staunässe ist der Klassiker unter den Anfängerfehlern: Die Wurzeln vertragen keine dauerhafte Nässe im Ballen, hohe Luftfeuchtigkeit ringsum dagegen lieben sie geradezu.

Lichtbedarf: Wie wenig Licht ist “wenig”?

Selaginella uncinata kommt tatsächlich mit sehr schattigen Standorten zurecht, ganz ohne Licht geht es aber trotzdem nicht:

Vergilbt die Pflanze oder streckt sie sich in die Länge, steckt meist zu wenig Licht dahinter. Ein Stück näher ans Fenster rücken oder eine zusätzliche Pflanzenlampe dazustellen, das reicht in der Regel schon aus.

Gießen und Luftfeuchtigkeit

Konstant feucht, aber niemals nass, so lautet die Faustregel bei Selaginella:

Tipp: In einem geschlossenen System einmal täglich kurz lüften, sonst bildet sich schnell Schimmel.

Häufige Probleme und Lösungen

ProblemUrsacheLösung
Braune, trockene SpitzenZu wenig FeuchtigkeitHäufiger besprühen, Deckel schließen
Schwarze, matschige StellenStaunässe oder FäulnisBetroffene Teile entfernen, Belüftung erhöhen
Verblasste FarbeZu viel oder zu wenig LichtStandort anpassen
Schimmel im GlasZu feucht, zu wenig LuftaustauschTäglich kurz lüften

Schneiden und Vermehren

Selaginella wuchert gerne kriechend vor sich hin und lässt sich problemlos zurückschneiden, sobald sie über ihre Grenzen wächst. Abgeschnittene Stücke mit kleinen Wurzelansätzen einfach auf feuchtes Substrat legen, meist bewurzeln sie innerhalb weniger Wochen von ganz allein, fast ohne Zutun.

Fazit

Wer einen pflegeleichten, aber optisch faszinierenden Glasgarten bei wenig Licht sucht, landet früher oder später bei Selaginella uncinata. Mit der passenden Substratmischung, moderater Feuchtigkeit und indirektem Licht gedeiht der Blaue Bärlapp über Jahre hinweg und macht aus jedem Fensterbrett eine kleine grüne Oase, die kaum Aufmerksamkeit verlangt und trotzdem jeden Blick auf sich zieht.

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